Heiliger Acker oder Stadt aus Eisen? Fisch oder Fleisch? Köttbullar oder Currywurst? Dixie oder Wasserklo? Fragen, über die man lange diskutieren kann, und jeder hat auf seine Weise Recht. So erlebten wir das With Full Force Festival in Ferropolis.

Was wirklich zählt ist die Musik, und die ist hammergeil! Eine satte Mischung aus Hardcore, Metal und Punk, da schlägt das Herz schon beim Lesen der Running Order ein paar Takte schneller.

Die Sonne lacht drei Tage lang vom Full Force Himmel, Wolken schützen vor Überhitzung, kein einziger Regentropfen der die Festivallaune verwässern könnte. Es ist Sommer, es ist warm, es ist schön. Allerbeste Vorraussetzungen um sich frohgemut dem Festivaltreiben hinzugeben. Insgesamt 70 Bands, verteilt auf auf drei Bühnen, stehen auf dem Programm. Wir sind gespannt.

Am Donnerstag

Auf geht´s – Festival warm up mit Bands wie Powerflo, Stray from the Path und Lionheart. Body Count Feat. ICE-T rocken mit ihrem einzigartigen Rap-Hardcore-Crossover die Ferox Stage, bevor Caliban im Hardbowl und Bullet for my Valentine auf der Ferox, mit ihrem akkuraten, straight-forward Metalcore die Gehörgänge so richtig auf Trab bringen. Yeah man, das ist der Sound den man für das echte Full Force Feeling braucht.

We love it, we love you – With Full Force – Happy Birthday zum 25!

Noch nicht genug? Kein Problem, ab zur Knüppelnacht ins Hardbowl. Dort warten Belphegor, Unleashed, Necrophobic und Abbath auf tanz- und feierwütige Leute. Könnt ihr gern haben, wir sind dabei! Gegen 4:00 Uhr morgens schleichen wir ein bisschen müde aber happy zum Zelt. Na ein Absacker geht natürlich noch, bevor wir in Vorfreude auf den nächsten Tag glücklich und zufrieden in den Schlafsack kriechen.

With Full Force 2018 Metal Hardcore Festival in Ferropolis - Konzertfotos: Tilo Klein, Tilografie für www.Pressure-Magazine.de
Headliner JUDAS PRIEST auf dem With Full Force 2018 in Ferropolis – Foto: Tilo Klein
With Full Force 2018 Metal Hardcore Festival in Ferropolis - Konzertfotos: Tilo Klein, Tilografie für www.Pressure-Magazine.de
Hardcore vom Feinsten mit H20 auf dem With Full Force 2018 – Konzertfoto: Tilo Klein

Freitag auf dem With Full Force 2018

Festivaltag Nr. 2 steht an. Noch sitzen wir entspannt vorm Zelt und diskutieren unsere persönlichen Highlights für den Tag. Leichtes Dehnen und Schulterstrecken gibt’s erstmal mit 8 Kids, Dritte Wahl und den Astroid Boys. Dann gehts auf in das Vorabendprogramm, fett gespickt mit Bands wie Moscow Death Brigade, Madball, Megaherz, Eskimo Callboy und We Butter the Bread with Butter.

 

With Full Force 2018 Metal Hardcore Festival in Ferropolis - Konzertfotos: Tilo Klein, Tilografie für www.Pressure-Magazine.de
Eskimo Callboy rocken in Ferropolis – Konzertfoto: Tilo Klein

Am Abend hämmern Hatebreed einen gnadenlos fetten Sound auf die Bühne, welcher in einem massiven Circle-Pit ausgetobt wird. Die Crowd ist begeistert und wir auch! Anschliessend gehts flink rüber ins Hardbowl, wo die Jungs aus Schweden von Perkele mit ihrem Oi!-Punk-Sound zum Pogen aufrufen.

Für den Start des krönenden Abschluss ist wegen technischer Kabelprobleme ein bisschen Geduld gefragt. Das Problem kann gelöst werden und so starten mit 40 Minuten Verspätung , es ist schon erstaunlich was alles geht, da werden mal eben 70 Meter Kabel durch tausende von Menschen gelegt, Respekt ! Die Altvorderen des Heavy Metal, Judas Priest, mit dem unverwüstlichen Rob Halford am Mikrofon, ihren Auftritt. 1,5 Stunden rocken sie die Area. Untermalt von einer erstklassigen Lichtshow, ist es doch auch immer wieder ein Spekatakel, wenn Rob Halford auf dem Motorrad um die Bühnenecke biegt. Zum Schluss zu „Breaking the Law“ nochmal ordentlich Kopfnicken. Feine Sache!

Anschliessend werden in der zweiten Knüppelnacht zu Benediction und Marduk nochmal ordentlich die Hände in die Höhe gerissen. Danke euch allen! Das war ein echt fetter Tag!

Samstag auf dem With Full Force 2018

Der Tag beginnt mit Knocked Loose im Hardbowl Zelt. Am Nachmittag sorgt Mambo Kurt auf der Metal Hammer Stage mit seiner Weltraumorgel für ein breites Grinsen im Gesicht und rhythmisches Zucken im Tanzbein. Hahaha, ja das geht gut. Ist saulustig und macht Spass.

An der Ferox Stage wird der Spannungsbogen u.a. über Pro-Pain, In this Moment (aufwendiges Bühnenspektakel der Frontfrau Maria Brink, die Groove-Metal Priesterin im Göttinengewand), Life of Agony , eher schwach wenn man mal ein wenig Kritik äußern kann und Soulfly aufgebaut. Bis er schliesslich in einer fulminanten Show von Parkway Drive zu explodieren scheint. Die Jungs um Winston McCall heizen der Crowd mit einer dermassen energiegeladenen Performance ein, dass auch jedmögliches Fünkchen von eventueller 3-Tages-Festival-Müdigkeit sofort verfliegt. Nochmal alles, volle Kanne, inklusive brennender Bühne und Feuerwerk. Yes man, das tut gut! Heavy Stuff!

 

Anschliessend gehts zur Saturday Night Überraschung ins Hardbowl Zelt. Die Beatsteaks sind mal wieder am Start, ihren ersten Auftritt beim WFF hatten sie schon 1999. Ab geht es ins Gute Laune Paket mit Songs wie «Hand in Hand», «Hello Joe» und «Sabotage» der Hommage an die Beastie Boys – RIP Adam „MCA“ Yauch. Zu «Let me in» heisst es noch einmal komplett ausflippen und sich die Kehle aus dem Hals schreien. Danke Jungs. Das war doch mal lustig, und so schlendern wir gut gelaunt zur Ferox Stage. Die Reihen vor der Bühne haben sich schon ein wenig gelichtet, das letzte Konzert der 25jährigen Ausgabe des WFF steht an. Apocalyptica – performing Metallica by four Cellos. Die, die noch da sind erleben ein stimmungsvolles Finale. Als schliesslich «Nothing Else Matters» als letzter Song erklingt, ist alles perfekt und stimmig. Ein schöner Abschluss für ein gelungenes WFF Geburtstagsfest. Fast ein bisschen wehmütig und sentimental blicken wir auf die sich leerende Arena, und schon fahren die Gabelstapler ihre Runden.

Fazit: Nein, es war nicht geil, es war HAMMERGEIL!!! Und wenn im nächsten Jahr die Stadt aus Eisen wieder zum Hardcore, Metal und Punk Tanz lädt – WFF – wir sind dabei. Ganz sicher!!!

Alle Fotos seht ihr hier bei Facebook

Text: Heike Mizzon Mackenbach

Bilder: Tilo Tilografie Klein